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Westfälische Nachrichten Nottuln 29. 01. 2007
Pferdeflüsterin zeigte wertvolle Tricks
Janet Rosenberger wird auch die Pferdeflüsterin genannt. Sie liebt die Tiere, die ihr auch sofort gehorchen.
Von Dieter Klein
Appelhülsen. Man sieht es. Junior ist unruhig. Gereizt tänzelt der neunjährige Wallach am Halfter, zerrt, versucht zu steigen, um sich aus dem Griff der Reiterin zu befreien. Janet Rosenberger tritt dem Pferd einmal kräftig gegen den linken Vorderlauf, bewegt sich gleichzeitig schnell aus der Reichweite des Pferdes und wartet. Und siehe da, brav folgt ihr das Pferd an die Hand.
Das mach ich nicht gerne, erklärte die Tierpsychologin den erstaunten Zuschauern. Aber bei dem Pferd hatte ich einfach keine Zeit. Da muss ich schon die harte Gangart anschlagen. Ruhiger und sanfter ist es besser. Doch das Pferd darf bestraft werden, wenn es weiß, dass es mich mit seinem Verhalten in Gefahr bringt.
Einen Tag lang weilte die Pferdeflüsterin in Appelhülsens Reithalle. An drei Pferden zeigte sie den rund 20 Interessierten, Reitern wie Pferdebesitzern, wie man den stressfreien Umgang mit Pferden erlernt. Das kostete 79 Euro. Nur Zuschauer zahlten schon 45 Euro.
Die junge Frau aus Datteln hat ihre Sensibilität für die geliebten Vierbeiner in der Schweiz studiert und nennt sich seit zehn Jahren bereits Ethologin. Viele Reiter kennen nicht den Unterschied zwischen eigenen Fehlern und denen des Tiers, weiß die 38-Jährige. Ich benutze nur Halfter ohne Karabinerhaken. Ziehe ich daran, kriegt das Pferd Druck auf die Nase. Wenn es sich dann leckt oder mit dem Kauen beginnt, weiß ich, dass das Tier mich verstanden hat.
So gliedert sie ihr Training in Kapitel wie: Rangordnung und Vertrauen, Verständnis natürlicher Reaktionen von Pferden, Systematisches Umsetzen von Zielen, wie zum Beispiel dem Ein- und Ausladen in einen Transporter.
Schnell wird den Teilnehmern klar, dem Pferd die eigene Leittierfähigkeit zu demonstrieren und dadurch eine natürliche Autorität zu gewinnen. Der Erfolg zeigt sich, wenn das Pferd dem Menschen auch ohne Strick und Halfter folgt, ob es in Gefahrensituationen zu ihm kommt, oder ob es sich doch lieber seinem Fluchtinstinkt vertraut.
Im weiteren Verlauf des Sicherheitstrainings zeigte die Pferdeflüsterin noch Bereiche wie Sicherheit am Boden, durch einen sogenannten Gelassenheits-Parcours, der dann auch durchritten werden musste. Wie erfolgreich der Tag endete, zeigte sich am Abend, als die Pferde sich ohne Probleme in ihre Transporter führen ließen.
Montag, 29. Januar 2007 | Quelle: Westfälische Nachrichten (Nottuln)
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